Die Projekte

 

Stärkung des Wirtschaftsstandortes Westfalen

 


Der Band 6 dieser Schriftenreihe fasst die Ergebnisse des gleichnamigen Symposiums vom 18.11.2002 zusammen. Im Kern geht es um die Frage, wie Westfalen und seine Teilregionen angesichts fortschreitender Globalisierung und europäischer Integration im verschärften Standortwettbewerb der Regionen positioniert sind. Darüber hinaus wird erörtert, was getan werden kann, um den Wirtschaftsstandort Westfalen zu stärken.


Die Unternehmensberater Jochen Kienbaum und Kai Eltges (Kienbaum und Partner) heben die Vorteile Westfalens im Wettbewerb der Regionen als riesige Kulturlandschaft mit einer hohen Dichte von Universitäten und Forschungseinrichtungen hervor. Westfalen habe das Potenzial, in 20-30 Jahren eine im internationalen Vergleich erfolgreiche Region zu werden, wenn kohärente Konzepte der regionalen Wirtschaftspolitik zum Tragen kämen. Die Stiftung Westfalen-Initiative könne in diesem Prozess zur Bündelung der Kräfte beitragen. Im zweiten Beitrag würdigt Winfried Mengelkamp vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Initiativen aus der Region, die wichtig für die Steigerung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit sind.


Professor Heribert Meffert, Präsidiumsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, fasst in seinem Beitrag noch einmal die wesentlichen Ergebnisse der in Band 5 dieser Reihe veröffentlichten Studie „Marke Westfalen“ zusammen. Er stellt vor allem die große Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild der Westfalen heraus – das Image der Region ist außerhalb positiver als in Westfalen selbst. Seine Konsequenz: Die Intensivierung des Binnenmarketing kann hier die Voraussetzungen schaffen für die Stärkung der westfälischen Identität und die Profilierung der ´Marke´ Westfalen in einem Europa der Regionen.


Den Blick über Westfalen hinaus in andere Regionen, von denen man viel Input bekommt, eröffnet Jürgen Grote. Er beschäftigt sich mit regionaler Netzwerkbildung und vergleicht dabei Erfahrungen aus verschiedenen Regionen. Er kommt zu dem Schluss, dass regionale Netzwerke durchaus zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen können. Ein Allheilmittel sind sie jedoch nicht. Vielmehr müssen die Netzwerkstrukturen beispielsweise in ihrer Dichte („wer ist dabei“) und Verbindlichkeit der Zusammenarbeit dem Bedarf angepasst sein. Hermann Hill, Professor an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, hebt in seinem Beitrag die Bedeutung der öffentlichen Verwaltung als Standortfaktor hervor. Diese kann erheblich zur Stärkung des Standortes beitragen.


Von den Teilnehmern der am Ende des Bandes dokumentierten Podiumsdiskussion haben Walter Bourichter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, und Prof. Dr. Rolf Stuchtey, Verkehrsexperte aus Bremen, ihre Gedanken in eigenen Beiträgen zusammengefasst. Sie diskutieren unter Leitung von Staatssekretärin a.D. Christa Thoben mit Dr. Horst Annecke, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen-Lippe, Dr. Raghild Berve, stellvertretende Vorsitzende von Sauerland Initiativ und Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter von Miele & Cie. GmbH & Co. über die Voraussetzungen des Erfolges der westfälischen Wirtschaft.
Der Band gibt einige Anregungen, wie der Standort Westfalen gestärkt werden kann, und bietet so eine gute Grundlage für zukünftige Diskussionen.