Die Projekte

 

Innovationspotenziale in Westfalen. Regionalwirtschaftliche Effekte der westfälischen Forschungsstandorte

 

Die Studie „Innovationspotenziale in Westfalen" wurde im Auftrag von Stiftung und Verein Westfalen-Initiative zum Beginn des Jahres 2002 unter der Leitung von Professor Velsinger an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund durchgeführt. Sie zeigt, dass die westfälischen Hochschulstandorte große Innovationspotenziale bergen, die jedoch nur zum Teil genutzt werden und daher auch nur begrenzt regionalwirtschaftliche Effekte zeitigen.

 

Westfalen ist mit seinem dichten Netz von Universitäten und Fachhochschulen ein starker Wissenschaftsstandort. Von diesem breiten Wissenschaftsnetz profitiert die regionale Wirtschaft nicht nur durch eine Vielzahl von qualifizierten Absolventen aller Fachrichtungen, sondern vor allem durch den leichten Zugang zu Forschungs- und Entwicklungspotenzialen. In den vergangenen Jahren hat sich eine große Zahl von neuen Unternehmen aus dem Hochschulbetrieb heraus gegründet und konnte in kurzer Zeit wirtschaftliche Erfolge verbuchen.

 

Mittels Interviews mit Vertretern der Hochschulen sowie der Technologie- und Gründerzentren in Westfalen ist es dem Team von Professor Velsinger gelungen, die bestehenden und zukünftigen Forschungspotenziale an westfälischen Hochschulstandorten zu umreißen. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Westfalen die besten Voraussetzungen hat, um sich im Bereich Innovation und Technologie in Zukunft zu behaupten. Allerdings lässt sich kein einheitliches Forschungsprofil für die Region bestimmen: Während die Region Ostwestfalen-Lippe einen deutlichen Schwerpunkt auf den IT-Bereich legt, sind die Universitäten Münster, Bielefeld, Bochum, Witten und Dortmund Zentren der Life Sciences. Standorte mit intensiver Forschung im Bereich Gesundheitswirtschaft sind dagegen Iserlohn, Hagen, Paderborn, Münster und Witten.

Die Gründungssalden fallen an den Hochschulstandorten in der Region Westfalen sehr unterschiedlich aus. Die Untersuchung zeigt, dass Erfolgsbedingung für eine funktionierende Kooperation zwischen Hochschule und Wirtschaft eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und ihrem öffentlichen Umfeld ist. „Westfälische Erfolgsgeschichten" finden sich insbesondere in Dortmund, wo die Hochschule ein bedeutender Motor des Strukturwandels ist, sowie in Paderborn, das neben Aachen die höchste Ausgründungsrate in Nordrhein-Westfalen besitzt.

 

Doch obwohl die Studie Westfalen im globalen Wettbewerb der Regionen bereits eine gute Startposition in den zukünftigen Wachstumsbranchen bescheinigt, weist sie den westfälischen Hochschulen weitere Anregungen für die Zukunft auf: Die Hochschulen sollten sich beispielsweise in den forschungsintensiven Wachstumsbranchen stärker vernetzen, um die Wettbewerbsposition der westfälischen Forschungslandschaft weiter zu stärken. Gleichzeitig könnten die Forschungsschwerpunkte noch stärker auf die Nachfrage der Unternehmen und auf die strukturellen Bedürfnisse der Teilregionen abgestimmt werden.

 

Zusätzlich schlagen die Autoren die intensivere Vorbereitung der Absolventen auf unternehmerische Tätigkeiten und die engere Bindung an den Hochschulstandort als geeignete Maßnahmen vor, um qualifizierte Arbeitskräfte in der Region zu halten.

 

Schließlich wird deutlich, dass die Hochschulen ein klareres Forschungsprofil entwickeln müssen, um die Vermarktungschancen der eigenen wissenschaftlichen Leistungen zu verbessern und damit den Standort attraktiver für Forschungsaufträge oder Unternehmensleistungen zu machen.