Die Projekte

 

Marke Westfalen

 

Im Auftrag der Stiftung Westfalen-Initiative hat das Institut für Marketing der Universität Münster (Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Meffert) eine Studie durchgeführt, in der die Eignung der „Marke Westfalen" zur nationalen und internationalen Profilierung evaluiert werden sollte. Die Ergebnisse beruhen auf einer umfangreichen Befragung durch das EMNID-Institut und werden von den beiden Wissenschaftlern in Band 5 der Schriftenreihe explizit dargestellt.
Untersucht wurden zentrale Identitäts- und Imagekomponenten der Region bei unterschiedlichen Zielgruppen. Ein erfreuliches Ergebnis ist, dass Westfalen mit fast 92% über einen großen Bekanntheitsgrad verfügt. Die Studie zeigt zudem, dass die Verbundenheit der Westfalen mit ihrer Region groß ist – wenn auch nicht ganz so stark ausgeprägt, wie die mit dem Wohnort oder Deutschland. Vor allem die Unterschiede zur Verbundenheit mit dem Land Nordrhein-Westfalen sind sehr gering: Westfalen verfügt demnach über ein beachtliches Potenzial, eine wichtige Komponente in der Mischung der territorialen Bindungen der Menschen zu sein. Die insgesamt positive Einstellung der Einwohner zu Westfalen zeigt sich auch an den spontanen Assoziationen, die sie mit der Region verbinden, und den Eigenschaften, die sie ihr zuordnen.

 

Interessant ist der Vergleich mit dem Bild, das die befragten Bundesbürger außerhalb der Region von Westfalen haben. Während die Westfalen selbst ihre Region vor allem als lebenswert ansehen, üben sie sich bei der Beurteilung anderer Standortfaktoren in „typisch westfälischer" Zurückhaltung. Sie stellen ihre Region weniger positiv dar als Nicht-Westfalen. „Fortschrittlich" oder „weltoffen" finden zwar auch die Westfalen ihre Region, in wesentlich stärkerem Maße ordnen jedoch die Nicht-Westfalen diese Eigenschaften der Region zu. Auch die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Westfalen, die Berufschancen in der Region und besonders die Freundlichkeit der Westfalen werden von außen positiver gesehen als von den Westfalen selbst.

 

Die Autoren kommen folglich zu dem Schluss, dass Westfalen das Potenzial hat, sich als Marke zu positionieren, und zwar nicht in Konkurrenz, sondern komplementär zu den Teilregionen und Städten. Als wesentliche Feststellung muss hervorgehoben werden, dass eine Markenbildung nur erfolgreich sein kann, wenn sie bei den Gegebenheiten vor Ort ansetzt. Das heißt, dass sowohl örtliche als auch regionale Besonderheiten zum Tragen kommen müssen, die „Marke Westfalen" also nicht den Subregionen und Städten willkürlich übergestülpt werden kann. Sehr wohl kann Westfalen aber in deren Marketingstrategien eine größere Rolle spielen.

 

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung ist, dass gerade das Binnenmarketing in Westfalen verstärkt, d.h. das Bewusstsein seiner Einwohner für die Besonderheit und die Stärken ihrer Region geschärft werden muss. Hier setzt auch die Arbeit der Stiftung Westfalen-Initiative an. Der Standort Westfalen soll gestärkt werden, indem die Region ein eigenständiges und selbstbewusstes Profil entwickelt.