Die Projekte

Gut gesichert: Das Ende der Radlergruppe ist weithin sichtbar.

Westfalen erfahren – auf der Erfolgsspur einer Region

 

Westfalen erfahren – auf der Erfolgsspur einer Region: Unter diesem Motto sind Stiftung und Verein Westfalen-Initiative in 2005 wieder in die Pedale ihrer Fahrräder getreten. Mit dabei waren auch bei dieser Neuauflage der 2002 erstmals organisierten Tour Journalisten, Politiker und vor allem zahlreiche Freunde und Förderer der westfälischen Identität. Startpunkt war am 19. Juni das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop, Zielort am 22. Juni Bad Sassendorf.

 

Die Westfalen-Initiative erkundete attraktive Ziele und Spitzenleistungen der Region per Fahrrad. Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2002 führte die Tour bei ihrer zweiten Auflage durch den Bereich des Hellweges, einer alten Handelsstraße, die vom Rhein über das Ruhrgebiet bis nach Paderborn führt. Von Waltrop bis Bad Sassendorf schlängelte sich die Strecke an den Höhepunkten der Region aus Wirtschaft, Politik, Kultur vorbei. Knapp 200 Kilometer verbrachten die Teilnehmer dabei im Sattel. Wie schon bei der ersten Auflage hat sich auch im Jahr 2005 gezeigt, dass die Radtour nicht nur Spitzenleistungen und Sehenswertes in Westfalen-Lippe präsentiert, sondern auch viele Gelegenheiten zu Gesprächen und Erfahrungen gibt, die die Menschen und die Region einander näher bringen. Westfälisches Selbstbewusstsein wurde erlebbar gemacht.

 


Schloss Cappenberg im Kreis Unna

19. Juni 2005: Westfalen erfahren: Erhebende Momente!


Am Alten Schiffshebewerk Henrichenburg, Teil des Westfälischen Industriemuseums, erlebten Teilnehmer und Organisatoren das Tourmotto des ersten Tages am eigenen Leibe. Die heimische Ingenieurskunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts fasziniert noch immer.

In den Hallen des Schlosses Cappenberg ließen sich die Tourteilnehmer von Dr. Wolfgang Bockhorst vom Westfälischen Archivamt Schätze des berühmten Besitzers zeigen: Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein – oder kurz: der Freiherr vom Stein – hatte sich hierhin nach heute noch bedeutender Verwaltungs- und Politikkarriere zurückgezogen. Rund 170 Jahren später durften wenige Augen einige Momente lang noch nie öffentlich gezeigte Urkunden und Briefe schauen: westfälische Geschichte pur – aber natürlich nicht zum Anfassen.

Nach einem Rundgang durch die Stiftskirche und interessanten Hinweisen von Pater Altfried folgte ein gemütliches Picknick am Cappenberger See in Lünen.

 

 

 



Der gläserne Elefant des Maximilianparks in Hamm

20. Juni 2005 „Westfalen erfahren: Verborgene Werte!“


Bevor es erneut auf zwei Rädern durch die Lande gehen konnte, brachte erst einmal ein Bus die Gruppe zu einem wirtschaftlichen Schwergewicht der Region. „Verborgene Werte“ – so das Tagesmotto – soll es hier zu entdecken geben. Und tatsächlich war die Besichtigung des Abwasserentsorgers und Abfallverwerters REMONDIS der versprochene Blick hinter die Kulissen eines westfälischen Global Players.

Nächste Station: das Westfälische Sportbootzentrum Marina Rünthe (Bergkamen). Entlang des Datteln-Hamm-Kanals gelangten die Radler bei strahlendem Sonnenschein nach Hamm. Der gläserne Elefant im Maximilianpark trompetete zwar nicht, aber der Empfang war trotzdem von klaren Signalen geprägt: Westfalen ist den Strukturwandel an vielen Stellen offensiv angegangen, bestätigte auch Uwe Sauerland, der die Radler-Truppe im Auftrag des Oberbürgermeisters im Schloss Oberwerries empfing. Das letzte Stück dieser 61 Kilometer langen Königsetappe der zweiten „Westfalen erfahren“-Tour endet erst in Unna.


Zentrum für Lichtkunst, Unna

21. Juni 2005 „Westfalen erfahren: Erhellende Ideen!“


Erhellende Ideen hatte man in Unna: Eine alte Brauerei wurde umgebaut zu einem der modernsten Kultur- und Kommunikationszentren in Westfalen. Die Lindenbrauerei und das Zentrum für Internationale Lichtkunst sind heute Veranstaltungsort und Experimentierfeld, Ideenschmiede und Treffpunkt für die so genannte Szene wie auch für die ganz normalen Bürger aus Unna und Umgebung.

Nächtes Ziel der Tour war Werl, wo die Propsteikirche und die angeschlossene Propsteibibliothek besichtigt wurden. Hier wurde jedoch nicht nur die Bibliotheca Wedinghausano-Werlensis aufbewahrt, sondern auch eine in ihrer Zusammensetzung einzigartige Ärztebibliothek, wie Reinhard Feldmann von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster erläuterte.

Über die Anfänge der Orgel der St.-Andreas-Kirche in Ostönnen berichtete Erika Strelow, dass sie bis in die jüngste Vergangenheit im Dunkel gelegen hätten. Die neueste Forschung habe ergeben, dass die Ostönner Orgel Bauteile enthält, die älter sind als die aller anderen Orgeln weltweit.

Einen besonderen Empfang bereiteten den von der Bergwertung erschöpften Radlern die Schülerinnen und Schüler der Möhnesee-Hauptschule in Körbecke: Sie hielten erfrischende Milchshakes und eine ebenso erfrischende Gartendusche bereit. Im schuleigenen Zentrum für Berufsorientierung, übrigens realisiert mit der Unterstützung der Stiftung Westfalen-Initiative, zeigte Projektleiter Meinolf Padberg den interessierten Gästen, dass die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Schule und Kommunen Realität werden kann.

An der letzten Station des Tages, in Soest, verpassten die Radler zwar knapp das traditionelle „Wippen“, konnten sich aber bei einem westfälischen Abendessen schildern lassen, welche Prominenten diesmal im Ententeich gelandet waren.

 

 

 


 

Blick vom Turm der Soester Wiesenkirche

22. Juni 2005 „Westfalen erfahren: Alles Gute!“

 

Am nächsten Morgen erwartete die Radler ein besonderes Highlight der Stadt Soest. Klaus Fischer führte sie auf einen Turm der Kirche St. Maria zur Wiese und damit in die ihr angegliederte so genannte „Westfälische Dombauhütte“. Ein wahrhaft erhebendes Gefühl!

In den Westfälischen Kliniken in Lippstadt ging es um die vor Ort geleistete Arbeit. Im Festsaal Benninghausen kam es zum konstruktiv-kritischen Gespräch über den Umgang mit psychisch kranken Straftätern.

Im Zielort Bad Sassendorf ging es u. a. um das Thema "Potenziale der Gesundheitsprävention". In einer gemütlichen Blockhütte (und in Gesellschaft von Damwild!) klangen die vier Tage „Westfalen erfahren – Auf der Erfolgsspur einer Region“ für alle Westfalen-Begeisterten aus.

„Westfalen erfahren“ wurde von Stiftung und Verein Westfalen-Initiative mit Unterstützung des ADFC Münster/Münsterland durchgeführt. Unterstützt wurde die Tour auch durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherungen, die Firma Remondis sowie die Sparkassen Unna, Hamm, Lippstadt, Soest und Werl. Westfalen erfahren 2005 hat vielen Westfalen und Nicht-Westfalen Facetten der Region gezeigt, die ihnen bislang unbekannt waren. Dennoch: Es gibt noch viel zu entdecken, und deshalb ist für 2007 eine weitere Fortsetzung geplant.