Die Projekte
Prof. Dr. Hans Tietmeyer, Jean-Claude Trichet und Franz-Josef Hillebrandt; Foto: Joachim Busch

 

Westfälische Ehrengalerie 2010

 

Im Jahr 2010 wurden mit dem Freiherrn vom Stein und Prof. Dr. Hans Tietmeyer zwei bedeutende Staatsmänner in die Westfälische Ehrengalerie aufgenommen.

 

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde 1757 in Nassau geboren und verstarb 1831 in Cappenberg. In Westfalen ist er unter der Kurzform seines Namens, als Freiherr vom Stein, ein Begriff. Mit ihm wird ein Staatsmann von europäischem Rang geehrt. Sein Leben und Werk ist gleichermaßen geprägt von den letzten Jahrzehnten der Aufklärung, des Sturms und Drangs wie von der beginnenden Romantik. Er hat seinerseits diese Zeit des Umbruchs und Aufbruchs auf allen Gebieten des politischen und geistigen Lebens maßgeblich mitgeprägt. Bereits 1780, noch zu Lebzeiten Friedrichs II., trat er in preußische Dienste. Über 20 Jahre wirkte er als Beamter in Westfalen, bis er 1804 zum Staatsminister ernannt wurde. Er ist nicht nur als ein großer Reformer in die Ideengeschichte eingegangen, sondern hat durch sein politisches Wirken trotz aller Rückschläge die Institutionen seiner Zeit zum Besseren verändert. Sein Name ist untrennbar verbunden mit der Begründung der bis auf den heutigen Tag lebendigen westfälischen Selbstverwaltung, an deren Sicherung und Weiterentwicklung gerade auch der Westfalen-Initiative sehr gelegen ist.

 

Prof. Hans Tietmeyer wurde 1931 in Metelen in Westfalen geboren. Er war von 1982 bis 1989 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und von 1993 bis 1999 Präsident der Deutschen Bundesbank. Er hat in den letzten Jahrzehnten die deutsche und europäische Währungspolitik maßgeblich mitgestaltet und darf als Vater des Euro gelten. Wie kaum eine andere an der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik nachhaltig beteiligte Persönlichkeit wird Hans Tietmeyer mit Westfalen identifiziert - auch wenn er in den entscheidenden Jahren seines Wirkens außerhalb Westfalens tätig gewesen ist und seit langem nicht mehr hier wohnt. Er hat seine Wurzeln im Münsterland nie abreißen lassen und sieht sich selbst als bekennenden Westfalen, stark geprägt durch seine Familie und die münsterländische Heimat. Auch er habe sich, so sagte er in seiner Danksrede für die ihm von der Stiftung Westfalen-Initiative zuteil gewordene Ehrung, von dem Leitspruch des Kardinals von Galen leiten lassen: Weder durch Lobsprüche, noch durch Furcht lass Dich von deinem Weg abbringen.

 Prof. Dr. Hans Tietmeyer, Jean-Claude Trichet, Franz-Josef Hillebrandt (v.l.n.r.); Foto: Joachmin Busch

 

Prof. Dr. Heinz Duchhardt, Sebastiann Graf von Kanitz, Franz-Josef Hillebrandt; Foto: Joachim Busch