Die Projekte
Schneeweiß, 2006

Westfälische Ehrengalerie 2006

 

Im Jahr 2006 würdigte die Stiftung Westfalen-Initiative bedeutende kulturelle Leistungen mit der Aufnahme zweier herausragender Frauen aus Westfalen in die Westfälische Ehrengalerie, Annette von Droste-Hülshoff als historische und Rosemarie Trockel als kongeniale, lebende Persönlichkeit. Rosemarie Trockel zu Ehren wurde der Festakt in Schwerte, ihrer Heimatstadt, ausgerichtet.

 

Annette von Droste-Hülshoff wurde als Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff im Jahr 1779 auf Burg Hülshoff, heute Gemeinde Havixbeck, geboren. Sie starb am 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee. Sie gilt als eine der herausragenden Protagonistinnen der Literaturgeschichte und sicherlich als wichtigste Dichterin Westfalens. In ihrem ganzen Leben und in ihrer literarischen Tätigkeit hat Annette von Droste-Hülshoff nie ihre Verbindung zu Westfalen verloren, bzw. aufgegeben. Dass die eigentlichen Quellen ihrer künstlerischen Impulse in Westfalen liegen, daran hat sie nie einen Zweifel gelassen. Ihr Werk zeichnet sich durch die genaue Beobachtungsgabe der Autorin aus. Ihr feiner, analytischer Blick auf die Realität spiegelt sich in ihrem Werk ebenso wider wie die Faszination für die moderne Welt. Die Beschreibungen in "Bei uns zu Lande auf dem Lande", einem Buch über Westfalen, verraten etwas von der Beobachtungsgabe der Autorin, im Fall des Fräulein Sophie sogar der eigenen Person. Dieses Buch über Westfalen blieb jedoch ein Fragment. Sie hat der Region einen unersetzbaren Dienst erbracht. Mit ihren Gedichten und den darin enthaltenen Beschreibungen über Natur und Menschen Westfalens hat sie als eine der ersten das Kulturgut und die Traditionen Westfalens über die Grenzen dieser Region publik gemacht und Sie hat dafür gesorgt, dass Westfalen nicht länger als literarisch unbeschriebenes Blatt galt.

 

Rosemarie Trockel wurde 1952 in Schwerte geboren und lebt seit 1974 in Köln. Seit 1998 lehrt sie an der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie ist auf allen wichtigen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst vertreten. Rosemarie Trockel nahm an der Documenta X in Kassel teil und war bei Skulptur Projekte Münster 2007 mit einem Werk beteiligt. Sie gilt als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Ihr vielseitiges künstlerisches Werk umfasst Bilder und Zeichnungen, Plastiken, Skulpturen und Objekte sowie Videoarbeiten und Installationen. In den 1980er Jahren wurde sie vor allem durch ihre Wollbilder international bekannt. Hochgeschätzt sind zudem ihre sogenannten Herdarbeiten. Ihr herausragendes Werk hat an Popularität auch außerhalb der kunstwissenschaftlichen Welt gewonnen. In einem Ranking der wichtigsten Künstler unserer Zeit der Zeitschrift Capital aus dem Jahr 2006 findet sich Rosemarie Trockel auf dem vierten Platz. Eine weitere Besonderheit dieser Künstlerin ist ihr gesellschaftliches Engagement. Sie ist einer der Mitbegründerinnen des Vereins "Kölner Loch" und hat sich persönlich für die Erbauung der "European Kunsthalle" eingesetzt. Desweiteren engagiert sie sich für die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Dies und die Bindung an ihren Heimatort Schwerte veranlasste sie, anlässlich des Festaktes gemeinsam mit Ihrem Schüler Michael Pirgelis, der ebenfalls in Schwerte gelebt hat, eine temporäre Installation zu realisieren, die genau diese Verbundenheit thematisiert. "Schneeweiß", 2006 konnte im Anschluss an den Festakt auf einem brachliegenden Teil des Geländes der Rohrmeisterei gezeigt werden. Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine umrandete, beinahe quadratische, hell erleuchtete Fläche, die als Eisbahn genutzt werden kann, aufgrund technischer Innovation allerdings gänzlich ohne Eis.

Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff; Gemälde von Carl Oppermann, ca. 1820 (Quelle: Droste-Forschungsstelle)

 

 Rosemarie Trockel

Rosemarie Trockel