Die Projekte
Pfarrzentrum St. Josef in Herten-Süd; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Stiftung und Verein Westfalen-Initiative: Westfälischer Preis für Baukultur, Dokumentation 2010; Foto: Christian Richters, Münster


Großes öffentliches Interesse am Thema - Westfälischer Preis für Baukultur

 

Um die Öffentlichkeit für das Thema Baukultur zu sensibilisieren und zu interessieren, ist innerhalb des Bündnisses für regionale Baukultur in Westfalen die Idee entwickelt worden, den Westfälischen Preis für Baukultur ins Leben zu rufen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit seinem Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen hat hierfür im Jahre 2009 die Konzeption und die Durchführungsbestimmungen erarbeitet.


Der Preis ist kein Architekturpreis, sondern ein Preis für Baukultur. Es geht nicht um Baukunst, Schönheit, Design und kreative Architekturkonzepte allein. Ebenso wenig geht es um spektakuläre Großskulpturen oder singuläre Leuchtturmprojekte. Es geht vielmehr um alltagstaugliche Projekte, die vorbildliche und angemessene Antworten auf die heute anstehenden Bauaufgaben im stadträumlich und bauhistorisch vorgegebenen Kontext geben. Der zeitgemäßen Neuinterpretation regionaltypischer Gestaltungsmerkmale kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.


Im Jahre 2010 wurde der Preis erstmals ausgelobt, insgesamt wurden 94 Projekte eingereicht - ein großes Echo auf den Preis bereits in seinem Debüt-Jahr. Der LWL und die Westfalen-Initiative verliehen zwei Auszeichnungen und den eigentlichen Preis am 30. Juni 2010 unter großer öffentlicher Beteiligung im Landeshaus Westfalen-Lippe. Prof. Michael Braum von der Bundestiftung Baukultur gab als Vorsitzender der Jury die Preisträger bekannt.


Die erste Auszeichnung erhielt ein Wohn- und Geschäftshaus in der Innenstadt von Münster, entworfen von den Architekten Deilmann und Kresing, realisiert von der 49215 Projektentwicklung GmbH. Die Nutzungsmischung und die Idee der städtebaulichen Einfügung der Bauwerke durch Material und Gestalt der Fassaden erschienen der Jury von besonderer Qualität.


Eine weitere Auszeichnung ging mit der Bebauung des Houthschen Gartens nach Burgsteinfurt. Federführender Einreicher war die db Planungsgruppe Architekten und Stadtplaner. Entworfen wurde das Ensemble von den Architekten Dirk Baldauf und Dieter Brandt, realisiert hat es die Terre Immobilien GmbH & Co. KG. Die Jury hat diesem Projekt die Anerkennung zuerkannt, weil mit ihm an einer Nahtstelle von Burgsteinfurt ein kleines Wohngebiet entstanden ist, das städtebaulich und architektonisch bemerkenswert ist.

 

Den ersten und eigentlichen Westfälischen Preis für Baukultur erhielt das Bischöfliche Generalvikariat Münster gemeinsam mit dem Architekten Peter Bastian und allen am Neubau des Pfarrzentrums St. Josef in Herten-Süd beteiligten Gewerken. Der eingeschossige Neubau überzeugte die Jury, weil er hohe gestalterische Qualitäten in Einklang mit den Nutzerbedürfnissen bringe und sich dabei so in den Kontext einfüge, dass im Ergebnis die städtebauliche Situation nachdrücklich aufgewertet werde.


Die Auslobung des Westfälischen Preises für Baukultur ist zukünftig alle zwei Jahre vorgesehen.