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11. Philosophische Winterakademie stellt Fragen zum Thema „Philosophie und Melancholie“

 

Worin genau bestehen Last und Lust des Scheiterns? Sind wir vielleicht sogar ins Scheitern verliebt? Mit dieser komplexen Fragestellung setzten sich Schülerinnen und Schüler während der 11. Philosophischen Winterakademie vom 8. bis 11. Februar 2011 im Franz-Hitze-Haus in Münster auseinander.

 

Über 500 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland hatten im Vorfeld selbstgeschriebene, philosophische Essays eingereicht, von denen die 26 besten mit einer Einladung zur Winterakademie nach Münster belohnt wurden. Dort setzten sie sich in Vorträgen, Gesprächen und Aufsätzen vier Tage lang mit dem diesjährigen Thema „Philosophie und Melancholie“ auseinander. Neben dem Wettbewerb wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit fachwissenschaftlichen Vorträgen und einer Einführung in das Verfassen von Essays angeboten.

 

Am 9. Februar startete der eigentliche Wettbewerb: Die Teilnehmer konnten zwischen vier Essaythemen wählen, um sich dann einen ganzen Vormittag mit dem gewählten Zitat auseinander zu setzen - je nach Präferenz auf Englisch oder Französisch. Am 11. Februar wurde es dann noch einmal spannend, als die Ergebnisse verkündet und die zwei Gewinner gekürt wurden, die eine Einladung zur Internationalen Philosophie-Olympiade nach Wien erhielten.

 

Dass die Anwendung von wissenschaftlicher Erkenntnis nicht immer dem Wohle der Menschheit dient, erläuterte Niklas Plätzer vom Gymnasium in Wolbeck in seiner Auseinandersetzung mit Friedrich Nietzsche. So seien zahlreiche technologische Erfindungen des 20. Jahrhunderts, allen voran die Entwicklung der Atombombe, von grausamen Opfern und viel Leid überschattet worden. Der Münsteraner Abiturient wurde dafür von der aus 25 Philosophielehrerinnen und Philosophielehrern bestehenden Jury mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Miguel de la Riva vom Humboldt-Gymnasium in Köln wählte das Zitat Platons „No God is a philosopher“ und belegte mit seinem Aufsatz überzeugend den 2. Platz.

 

Nach diesem Erfolg auf nationaler Ebene folgte für die beiden Sieger im Mai mit weiteren 64 Schülern aus 30 Ländern die Teilnahmen an der Internationalen Philosophie-Akademie in Wien. Niklas Plätzer wurde mit Bronze ausgezeichnet, Miguel de la Riva konnte sich über ein „Honorable Mention“ freuen.