Die Projekte

Vorauswahl für die Internationale Philosophie-Olympiade - Spitzenleistungen in Westfalen

 

Die Stiftung Westfalen-Initiative ist seit fünf Jahren zusammen mit der Josef Pieper Stiftung, der Westfälischen Wilhelms-Universität, der Akademie Franz Hitze Haus und der Bezirksregierung Münster Träger der „philosophischen Winterakademie für Schüler". Diese Philosophie-Akademie wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen und wird seither jährlich in Münster durchgeführt. Die beiden erfolgreichsten Absolventen werden zur Internationalen Philosophie-Olympiade (IPO) entsandt und nehmen im Vorfeld an einem Vorbereitungsseminar teil.
Die Philosophie-Akademie gibt jungen Menschen Gelegenheit, sich mit grundlegenden gesellschaftsphilosophischen Fragen und den ethischen Fundamenten einer Gesellschaft zu befassen. Diese kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft und ihren prägenden Entwicklungen stärkt eigenverantwortliches Denken. Die Philosophie-Akademie liefert dazu wichtige Impulse. Darüber hinaus stimuliert der Wettbewerb den Forschungsgeist, leistungsorientierte intellektuelle Aktivität und denkerische Originalität.
Dies geschieht sowohl durch die didaktisch gelenkte Beschäftigung mit vorgegebenen philosophischen Fragestellungen als auch durch die persönliche Begegnung und den gedanklichen Austausch untereinander. Die Josef Pieper Stiftung stellt den Schülern Unterlagen und Buchpreise zur Verfügung, um ihnen das Werk des westfälischen Philosophen Pieper näher zu bringen.

Anfang Februar 2005 fand die 5. Philosophische Winterakademie für Schüler erwartungsgemäß auf hohem Niveau statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Der Mensch und seine Integrität". Die Teilnehmer - die 25 besten Schüler NRWs im Fach Philosophie - konnten zwischen vier Essaythemen wählen. Darunter waren die Themen „How to argue that man is distinguished by human dignity? - Wie lässt sich begründen, dass der Mensch sich durch Menschenwürde auszeichnet?" und „You can only understand human beings if you can understand the human brain - Man kann Menschen nur wirklich verstehen, wenn man ihr Gehirn versteht." Alle Essays konnten wahlweise auf Englisch oder Französisch verfasst werden.

Diese anspruchsvolle Aufgabe bewältigten die Schüler mit Bravour, doch nur zwei konnten gewinnen: Es qualifizierten sich der 17-jährige Peter Zinn (1. Platz) aus Wetter und die 18-jährige Hannah Marie Liepmann (2. Platz) aus Paderborn. Beide durften im Mai 2005 am internationalen Wettbewerb in Warschau teilnehmen.

Hannah Marie Liepmann kommt in ihrem Philosophischen Essay zum Thema „Menschenwürde" zu dem Schluss:

"Let us at last conclude that human beings are distinguished by human dignity because they are endowed with reason and conscience. This means they have the ability to think rationally by using their reason and conscience. These are inherent qualities that only belong to human beings. They make them differ from other living creatures on earth; animals and plants This distinction explains why a broad majority of human beings approves that dignity is an inherent quality of human beings only and not a quality of other living creatures."

Obwohl diesmal keiner der beiden deutschen Teilnehmer zu den Preisträgern gehörte, zogen beide westfälischen Schüler ein rundum positives Fazit. Eine bessere Form der Völkerverständigung sei nicht denkbar, so Teilnehmer Peter Zinn in seinem Abschlussbericht.
Bei der Philosophie-Olympiade standen neben dem Wettbewerb an sich auch Workshops und Diskussionen zum Thema „Dialog der Kulturen" auf dem Programm. Vertreten waren 39 Schüler aus 16 Ländern Europas, Asiens und Südamerikas.

Das Gastgeberland der Philosphie-Olympiade 2006 ist Italien. Die 6. Philosophische Winterakademie wird wieder zwei Teilnehmer entsenden und erneut auf „westfälische" Auszeichnungen hoffen.