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Goldmedaille für Jan Seidel – Schüler gewinnt die Internationale Philosophie-Olympiade

„The International Philosophy Olympiads are a perfect example of a successful combination of team spirit, competition, sharing of knowledge, and intercultural exchange among students in an open and stimulating place." Mit diesen Worten begrüßte Pierre Sané, Assistant Director for Social and Human Sciences (UNESCO) die Schülerinnen und Schüler bei der Internationalen Philosophie-Olympiade, die vom 18. bis 22. Mai 2008 zum sechzehnten Mal stattfand. Wie in den vergangenen acht Jahren ermöglichte die Stiftung Westfalen-Initiative zusammen mit der Josef Piper Stiftung den beiden deutschen Teilnehmern, den Gewinnern des Landes- und Bundeswettbewerbes „Philosophischer Essay", auch in diesem Jahr die Teilnahme an der IPO. Jan Seidel und Sebastian Köthe erreichten unter 53 Essayschreibern aus 23 Ländern die Plätze 1 und 23.

Alle teilnehmenden Länder haben die Möglichkeit, zwei Schüler zu entsenden, die in den jeweiligen nationalen Wettbewerben mit herausragenden Essays als Sieger hervorgegangen sind. Das Gastland stellt zehn Teilnehmer. Ausrichter war 2008 zum zweiten Mal Rumänien. Bei der 16. IPO hatten 53 Finalisten aus 23 Ländern die Aufgabe, in vier Stunden ein Essay zu einem Zitat zu verfassen. Zur Wahl standen vier Zitate aus verschiedenen Themenbereichen, die den Teilnehmern vorher nicht bekannt waren. Alle Teilnehmer mussten in einer für sie fremden Sprache schreiben. Zugelassen sind Englisch, Französisch und Deutsch. Zur Wahl standen vier Zitate, die den Teilnehmern vorher nicht bekannt waren.

Jan Seidel vom Landferman-Gymnasium Duisburg gewann im Vorfeld mit einem auf Englisch verfassten Essay über das Thema „Zeit und Leben" im Februar 2008 unter mehr als 1000 Teilnehmern den ersten Preis beim Bundes- und Landeswettbewerb „Philosophischer Essay" in der Akademie Franz Hitze Haus (Münster). Der zweite Preis ging an Sebastian Köthe vom Leibniz-Gymnasium Essen. Beide wurden von einer 25-köpfigen Jury von Philosophielehrern ausgewählt und gewannen damit die Reise zur IPO im rumänischen Iasi.

In Iasi wählte Jan Seidel das Thema Liberalismus und schrieb sein englischsprachiges Essay zu dem Zitat „Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen." des österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises. Sebastian Köthe setzte sich mit einem Zitat aus dem "Leviathan", einer staatstheoretischen Schrift von Thomas Hobbes, auseinander und erhielt dafür die "Honourable Mention" ("Ehrenvolle Auszeichnung"). Beide Essays wurden auf der learn-line-website veröffentlicht.

Deutschland hat mit diesem Erfolg bei dem Wettbewerb zum dritten Mal gewonnen und ist damit nach der Türkei das zweiterfolgreichste Land unter den Teilnehmerländern. Beide Länder haben je dreimal den Sieger bei der IPO gestellt.

Seit dem Jahr 2000 führt die Stiftung Westfalen-Initiative alljährlich zusammen mit der Josef Pieper Stiftung, der Westfälischen Wilhelms-Universität, der Akademie Franz Hitze Haus und der Bezirksregierung Münster den landesweiten Philosophie-Wettbewerb durch. Seit 2007 wird er auch bundesweit ausgeschrieben. Die 25 besten Teilnehmer werden zu einem mehrtägigen Seminar nach Münster eingeladen, um sich mit anderen philosophisch interessierten Schülerinnen und Schülern auseinanderzusetzen und fachwissenschaftliche Vorträge zu hören. Im Verlaufe dieses Seminars werden zwei Gewinner ermittelt, die zur Internationalen Philosophie-Olympiade eingeladen werden.

Die Stiftung Westfalen-Initiative sieht in diesem Wettbewerb eine sinnvolle Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern eine intellektuelle Auseinandersetzung mit philosophischen Fragestellungen zu bieten, das eigenständige Denken zu fördern und diese durch die Beschäftigung mit den philosophischen und ethischen Grundlagen unserer Gesellschaft zu einem verantwortungsbewussten Miteinander und mehr Eigenverantwortung anzuhalten.