Die Projekte

Philosophische Winterakademie – eine Herausforderung für Schüler

 

"Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Dieser Aufforderung Immanuel Kants (1724 - 1804) kamen vom 6. bis 9. Februar in Münster 26 junge Menschen im Rahmen des Bundeswettbewerbs Philosophischer Essay nach. Sie hatten sich unter 649 Bewerbern für die zweite Runde, die 7. Philosophische Winterakademie in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster qualifiziert.
Seit sieben Jahren führt die Stiftung Westfalen-Initiative zusammen mit der Katholischen Akademie, der Josef Pieper Stiftung, der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Bezirksregierung Münster diesen 2007 erstmals bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb durch. Interessierte und talentierte Schülerinnen und Schüler mit dem Wahlfach Philosophie können mit herausragenden Essays in Englisch oder Französisch teilnehmen. Dr. Gerd Gerhardt, Lehrer am Gymnasium Ibbenbüren und Bundesbeauftragter des Wettbe-werbs Philosophischer Essay, koordinierte auch in diesem Jahr mit großem Einsatz Teil-nehmer und Juroren.
Während der Philosophischen Winterakademie in der Jungen Akademie des Franz Hitze Hauses qualifizierten sich zwei der 26 Teilnehmer für die Internationale Philosophie-Olympiade (IPO), die 2007 vom 18. bis 21. Mai im türkischen Antalya stattfand. Das mehrtägige Seminar in der Jungen Akademie bot den Teilnehmern nicht nur die Spannung des Wettbewerbs, sondern ebenso fachwissenschaftliche Vorträge und Arbeitsgruppen auf hohem Niveau mit namhaften philosophischen Dozenten. Mit diesen Inputs und Personen aus der aktuellen Forschung diskutierten die Jugendlichen intellektuell anspruchsvoll, kritisch, originell und differenziert.
Die Philosophische Winterakademie gibt den Schülern die Gelegenheit, sich mit grundle-genden gesellschaftsphilosophischen Fragen und den ethischen Grundlagen unserer Gesellschaft zu beschäftigen – auch als Schritt zu mehr Eigenverantwortung. In einer Zeit, in der Schüler einer Vielzahl heterogener Wertorientierungen, Kulturen und Lebensentwürfe gegenüberstehen, versteht sich die Winterakademie als ein Angebot, den jungen Menschen den ideengeschichtlichen Kontext bestimmter Werthaltungen aufzuzeigen. Dies regt zu einer Auseinandersetzung mit den ethischen Grundsätzen für ein verantwortungsbewusstes Miteinander in modernen Gesellschaften an.
Unter dem Titel "Aufklärung vor und nach Kant" setzten sich die jungen Philosophen mit dem heutigen gesellschaftspolitischen Erbe der kantianischen Prinzipien auseinander. 25 Juroren, Lehrerinnen und Lehrer des Faches Philosophie aus ganz Deutschland, beurteil-ten die Essays der Jugendlichen und lobten diese durchweg für Argumentation und Originalität. Besonders bemerkenswert ist, dass Alexander Johann vom Landfermann-Gymnasium in Duisburg (Jahrgang 13), Sieger der Philosophischen Winterakademie 2006, auch dieses Mal den ersten Platz einnahm. Die drei ersten Plätze gingen geschlos-sen an die Stadt Duisburg: Lisa Frischemeier (Hildegardis-Gymnasium) und Jan Seidel (Landfermann-Gymnasium) belegten den jeweils zweiten und dritten Platz. Die jungen Teilnehmer schätzen an den Veranstaltungen der Philosophischen Winterakademie, dass sie sich dort intensiv mit Gleichgesinnten austauschen können. Sie nutzen daher gern die Möglichkeit, sich mit ausgewiesenen Experten philosophisch zu duellieren und ihre eigenen Denkweisen zu festigen, zu verteidigen oder zu verändern.