Die Projekte

Bestwig

 

Im sauerländischen Bestwig entwickelte sich ein Konflikt zwischen „alteingesessenen" Fußballvereinen und dem 1999 gegründete quasi eigenethnischen Sportverein Anadoluspor Ramsbeck. Hier gibt es eine große Gemeinde türkischstämmiger Arbeitsmigranten, die z.T. schon in der dritten Generation im Land sind, aber in einem sehr traditionell geprägten Millieu leben. Der Integrationsgrad ist sehr unterschiedlich. Dieser Verein ist Ausdruck einer starken Gruppenidentität. Er nimmt am DFB-Spielbetrieb teil und ist ein prägendes Element der kommunalen Sportkultur.
Im Rahmen des Projektes werden die Ursachen der Probleme zwischen diesem und den anderen Vereinen und die jeweiligen Perspektiven untersucht. Ziel ist die Optimierung der ehrenamtlichen Organisationsarbeit und ein integrativer Aufklärungs- und Verständigungsprozess, um die Rahmenbedingungen für die Integration zu verbessern. So fand bereits im Januar 2010 ein Sondierungsgespräch über allgemeine Integrationsbedingungen, -bedarfe und -möglichkeiten mit dem Hodscha, dem führenden muslimischen Geistlichen der Region, sowie Vorstandsmitgliedern des Moscheevereins in Bestwig statt. Fortan will man einen engeren Kontakt mit der Gemeinde pflegen und sicherte die gemeinsame Suche nach Integrationslösungen zu.
Zur Definition einer angemessenen „Willkommenskultur" wurde im Mai eine an die Vereine gerichteten Diskussionsveranstaltung im Bestwiger Rathaus durchgeführt. Der bekannte Integrations- und Gewaltforscher Gunter A. Pilz zeigte zunächst in seinem Vortrag die soziale und kulturelle Vielschichtigkeit der Integrationsproblematik sowie daraus abzuleitende Integrationsmaßnahmen auf; Beispiele aus der Praxis folgten. Des weiteren wurde jeweils einzeln mit den Vorständen der am Konflikt beteiligten Vereine in problemorientierten Gesprächen nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Aufarbeitung der jeweiligen Perspektiven dient der Vorbereitung eines moderierten gemeinsamen Gesprächs mit den Vereinen, das in 2011.