Jonas Zorn auf der Bühne der Nachwuchsbands beim EurocityfestWestfalen rockt – die Szene vernetzt sich
Wie wichtig Musik für junge Menschen ist, muss nicht betont werden. In Westfalen engagieren sich unglaublich viele Jugendliche in der Musik, spielen Instrumente, gründen Bands und nutzen ihre Freizeit kreativ. Unendlich viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit werden hier geleistet. Um die Möglichkeiten für die jungen Menschen zu verbessern, damit sie mehr Auftritts-, Aufnahme- und Übungsmöglichkeiten bekommen, hat sich ein Internetbasiertes Netzwerk gegründet. Gemeinsam mit der Stiftung Westfalen-Initiative und unterstützt vom Kulturamt der Stadt Münster sowie dem Landesmusikrat NRW hat der Verein ProKuS (Projekte der Kultur- und Sozialarbeit e.V.) die Initiative ergriffen, die Akteure der Region über die Internetplattform www.muensterbandnetz.de miteinander zu vernetzen. Das Netzwerk soll regionalen Bezug haben und die Kreise Münster, Steinfurt, Coesfeld, Warendorf und Borken einbeziehen. Eine spätere Ausdehnung auf andere Regionen Westfalens ist für das letzte Drittel des Projektzeitraums (2011) geplant.
Zentral ist die Kommunikation: Durch die Kooperation mit freien Initiativen, privaten und gewerblichen sowie öffentlichen Trägern der Jugendkulturarbeit sollen bestehende Ressourcen konzentriert und gebündelt werden.
Wie in anderen Projekten auch stand am Anfang eine Bestandsaufnahme: Zu Beginn wurde zunächst die Datenbank der Internetseite www.muensterbandnetz.de überarbeitet. Die Internetplattform wurde zudem um weitere Features erweitert und dient nun als zentrale Kommunikationsplattform für die Musikinteressierten aus der Region Münsterland.
Nach Adressenrecherche und Identifikation möglicher Kooperationspartner (aus 167 Jugendzentren, Initiativen, Kulturbüros, Festivalbetreibern, Konzertveranstaltern und sonstigen Einrichtungen wurden 39 potenzielle Partner ausgemacht) wurde der Kontakt zu diesen hergestellt und das Interesse an einer Zusammenarbeit abgefragt. In ersten Treffen wurden Wünsche und Bedürfnisse eruiert, woraus der einmütige Wunsch nach einem zentralen Netzwerktreffen erwuchs. Als weitere strategische Partner kamen Münsterland e.V. und das Rock- und Popmuseum in Gronau hinzu. So konnte auch ein erstes Konzert für Nachwuchsbands organisiert werden, das per live-stream übers Internet veröffentlicht wurde.
Wettbewerbe wie Handwerk rockt (mit der Handwerkskammer Münster) mbn-playoffs (Nachwuchs-Bandwettbewerb) folgten und die Sieger konnten u.a. auf dem Eurocityfest 2010 bzw. 2011 in Münster auftreten. Mit der Konzertreihe muenster weltweit wurde ein weiteres Projektmodul entwickelt, um junge Musiker zu fördern. An einem Abend traten jeweils ein bis zwei lokale Nachwuchsbands mit einer international erfahrenen Band auf. Die jungen Nachwuchsmusiker aus der Region profitierten dabei von den Erfahrungen der z. B. aus Amerika, England und Australien stammenden Bands. Insgesamt 750 Besucher verfolgten die fünf Konzerte dieser Konzertreihe, was für die Nachwuchsbands eine großartige Erfahrung war. Schließlich präsentierte muensterbandnetz.de auf dem Eurocityfest 2010 neun Bands aus der Region Münsterland. Ca. 1500 Besucher machten sich dabei ein Bild von der hohen Qualität des regionalen Rock- und Popnachwuchses.
In der Zeit von Januar bis November 2010 wurden vom Redaktionsteam der Internetplattform sieben podcast-Sendungen (mbn-frequency) produziert und zum download bereit gestellt. Neben einer ausführlichen Präsentation der „Band des Monats“ wurden Themen wie die Festivals in der Region, besondere Musikprojekte oder die Vorstellung von Förderern der Musikszene behandelt. Im Projektzeitraum wurden insgesamt elf Workshops (Booking, Band-Jam- Demo-Band, Videoproduktion, Fotoshootings, Bandaustausch im Rahmen von Städtepartnerschaften etc.) für Bands, Musiker und Interessierte angeboten.
Die ausgedehnte Öffentlichkeitsarbeit, die die durchgeführten Projektbausteine begleitete, führte zu einer Steigerung des Bekanntheitsgrades, einem wachsenden Medieninteresse und einer deutlich höheren Nutzung durch User aus dem Münsterland.
Aktuell gehören 24 Initiativen, Vereine und Institutionen aus dem Münsterland dem Netzwerk an, weitere haben ihr Interesse an einem Engagement bekundet. Das Bedürfnis nach einem Kennenlernen und dem thematischen Austausch war sowohl bei den „Vor-Ort-Besuchen“ in den Kreisen als auch bei dem zentralen Treffen in Münster deutlich zu spüren. Dabei sind die Teilnehmenden auch bereit, eigene Ressourcen zur Verfügung zu stellen und sich so aktiv an der Gestaltung und Weiterentwicklung des Netzwerks zu beteiligen.
Neben interessierten Musiker/innen und Bands aus der Region Münsterland beteiligen sich immer mehr gemeinnützige, gewerbliche und private Anbieter der Musikbranche an dem Projekt. Im nächsten Schritt wurde das Modell Musiknetzwerk Münsterland in anderen Regionen Westfalens vorgestellt. Damit erfolgte eine Orientierung auf die an das Münsterland angrenzenden Regionen wie z.B. Ostwestfalen-Lippe, das nördliche Ruhrgebiet und das Sauerland. Gespräche über eine Übertragung des Modells auf andere Regionen wurden u.a. mit dem Studio Stellwerk Witten, der Rockakademie Ostwestfalen-Lippe, der Kulturwerkstatt Paderborn, dem Arbeitskreis Kulturförderung Bochum, der Wirtschaftsförderung Hattingen und dem Kulturbüro Hagen geführt. Diesen Institutionen wurde angeboten, die Ressourcen des Musiknetzwerks Münsterland (Homepage, Datenbanken, Logistik etc.) zu nutzen und die gemachten positiven wie negativen Erfahrungen in die Planung mit einfließen zu lassen. Die Gesprächspartner waren durchweg von der Idee einer Westfalen-weiten Vernetzung angetan und boten auch konkrete Kooperationen an. Mehrfach wurde auch der Wunsch geäußert, die Zusammenarbeit auf ganz NRW auszudehnen und diese auch von Landesinstitutionen unterstützen zu lassen.


